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Grün statt Grau: Pflanzen erobern die Architektur

Hamburg, 25. Jun 2013 - Die Architektur steht vor einem Umbruch: In Zeiten von Klimawandel und Ressourcenknappheit gewinnen umweltgerechtes Bauen, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz eine immer größere Bedeutung. Architekten revolutionieren in Form von spektakulären Dachgärten, begrünten Wänden und natürlichen Belüftungsverfahren die moderne Baukunst. In den nächsten Jahren wird ein sattes Grün aus Bäumen, Blumen und Ranken Stück für Stück die sterilen Fassaden der Hochhäuser grauer Großstädte erobern und damit ein gänzlich neues Stadtbild schaffen.

Den Trend zur Grünen Architektur versinnbildlicht zur Zeit vor allem ein Projekt: der Komplex Bosco Verticale – der vertikale Wald. Auf zwei Hochhäusern sollen hier ebenso viele Bäume wie auf einer Waldfläche von 10.000 m² wachsen, so dass eine grüne Oase im Herzen Mailands entsteht. Emporis, der internationale Anbieter von Gebäudeinformationen, hat zum Anlass der bevorstehenden Fertigstellung des prestigeträchtigen Projekts die spannendsten Beispiele Grüner Architektur zusammengestellt.

Die Idee, Pflanzen als Teil der Gebäudestruktur zu verwenden, ist keine gänzlich neue Erfindung. Bereits 1992 setzte Ken Yeang, selbsternannter Öko-Architekt, mit dem Menara Mesiniaga Tower in Subang Jaya erste Maßstäbe im Bereich der Grünen Architektur. Dank seiner einzigartigen Fassade, die eine natürliche Luftzirkulation gewährleistet, und einer großzügigen Begrünung auf jeder Etage, gilt der Turm als ökologische Pionierarbeit und als das erste bioklimatische Hochhaus der Welt.

Mittlerweile ist der wohl bekannteste Verfechter der „grünen Stadt“ aber das Singapurer Architekturbüro WOHA. Ihre „atmenden“ Hochhäuser, die so genannten Sky Villages, sind Vorbild für nachhaltiges Bauen weltweit. Gerade in Singapur, einer Stadt mit der höchsten Bevölkerungsdichte der Welt, setzen Ihre Projekte ein klares Zeichen: Die Natur erobert die Stadt zurück. So wird auch WOHA’s neuestes Projekt, der Büro- und Hotelkomplex PARKROYAL on Pickering, in absehbarer Zeit in dem Grün der Pflanzen verschwinden.

Auch internationale Großkonzerne entdecken das Prinzip der Grünen Architektur als Möglichkeit, ihren Mitarbeitern ein naturverbundenes und gesundes Arbeitsumfeld zu bieten. Nachdem Apple, Facebook und Google Pläne für neue, nachhaltige Firmenzentralen veröffentlicht haben, legte Amazon vor wenigen Wochen mit einem spektakulären Konzept nach: Drei riesige Glaskuppeln, die an Gewächshäuser erinnern, sollen Platz für hohe, alte Bäume innerhalb der Büroanlage schaffen, die der Konzern in Seattle errichten will.